AVAS Acoustic Vehicle Alert System 7x - Fußgänger Warn Geräusch niedrige Geschwindigkeit Fußgängerschutz

  • Mir ist das AVAS relativ egal.

    Ich höre es im Auto kaum.

    Bei den Geschwindigkeiten bei denen das AVAS läuft, ist es eh schwierig jemanden zu überfahren.

    Ich habe es mal (unabsichtlich) versucht.

    Das Auto hat automatisch eine Vollbremsung gemacht und ich war mehr erschrocken als der Fußgänger.

    Aus Geschwindigkeiten mit 10 oder 15 Km/h steht das Auto quasi sofort.

    Da nimmt die Federung sämtliche Energie auf.

  • Danke für die Interessante Studie, welche ja meine Aussage stützt:

    Because of concerns about the quiet nature of electric driving, all new models of EVs and HEVs in the UK were regulated to add an acoustic vehicle alert system (AVAS) to caution nearby road users during low-speed (< 12 mph) driving from July 2019. This appears to coincide with a fall in casualty rates of EVs (Fig. 1 panel d).


  • Du schreibst dass Avas eine Krücke der Lobby-Gegner der E-Mobilität war, und beziehst dich weiter oben auf diverse Lobby-Verbände. Tatsächlich stehen hinter der Pro-AVAS Lobby aber vor allem Verbände für Sehbehinderte und Blinde, Organisationen für Verkehrssicherheit sowie Behörden. Die setzten sich erfolgreich dafür ein, dass leise Elektro- und Hybridfahrzeuge künstliche Geräusche erzeugen müssen. Somit sind diese für dich Lobby-Gegner der E-Mobilität. Jetzt kommst du mit "eingeführt" - das war die EU, wer verdreht hier bitte was?


    Zitat

    Ein Link, auf welche Studien Du Dich hier beziehst, fehlt leider. Behaupten kann man erst einmal viel.

    Tatsache ist, dass es eine Studie vom Gesamtverband der Unfallversicherer zu Fahrzeugen MIT AVAS gibt, die im Fazit zeigt, dass die Unfälle mit Fußgängern durch das AVAS oft eben nicht verhindert werden da sie oft beim Anfahren passieren oder die Fußgänger das Geräusch nicht als Warnton identifizieren.

    Eine weitere Studie der Universität Leads zeigt gar ein identisches Gesamtrisiko der Unfälle von E-Autos im Vergleich zu Verbrennungsfahrzeugen.

    Oft nicht verhindern ≠ nie verhindern. Somit helfen diese ja wohl doch?


    Hier ein paar Studienlinks:

    https://www.sciencedirect.com/…abs/pii/S0001457516303323?

    Wayback Machine

    Ihr Browser wird geprüft – reCAPTCHA

    https://www.sciencedirect.com/…abs/pii/S0003682X19304700?

    https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0003682X16303164

    The safety risk of electric and hybrid vehicles to visually impaired pedestrians
    Report by Transport Research Laboratory (TRL) into the risks of quiet electric and hybrid vehicles to visually impaired pedestrians.
    www.gov.uk



    Die Studien zeigen übereinstimmend, dass Elektroautos mit AVAS früher und zuverlässiger erkannt werden als vergleichbare Elektroautos ohne Warnsound. Da die frühere Wahrnehmung den Fussgängern mehr Reaktions- und Ausweichzeit gibt, sprechen die Ergebnisse klar für einen höheren präventiven Unfallschutz durch AVAS, insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten und für sehbehinderte Personen.

  • Also ich bin definitiv auch für AVAS. Studien traue ich prinzipiell nicht wirklich. Dafür umso mehr meiner Erfahrung.

    Heute wieder einmal in der St. Galler Multergasse (das Navi meint zwar "Stunde. Gallen" (unglaublich wie miserabel Spracherkennung und Navi Text sind!) : Ein rasender E-Biker von hinten, ich wollte (als Fussgänger) gerade leicht nach links abbiegen, kam der Volldepp so nah an mir vorbei, dass ich nur noch den Luftzug spürte. Der war definitiv schneller als mit 20kmh unterwegs. Ein paar cm weiter nach links und ich läge jetzt im Spital. Ich wäre nicht der erste Fussgänger, der dort einfach umgefahren wird. Wenn schon in einer Fussgängerzone Elektro Vehikel toleriert werden, niemand die Tempolimits kontrolliert, dann bitteschön und gopfriedschtutz MIT einem Warnton. Weil klingeln mögen diese Egomanen ja auch nicht!


    So, jetzt ist es raus.


    Und ich bin durchaus auch dafür, hatten meine Kia Sorentos auch, dass beim Rückwärtsfahren ein Warnton ertönt. Mir ist wurscht ob er irgendjemanden nervt oder nicht. Er soll vor allem Schlimmeres verhindern. Und wenn es damit nicht klappt, schuld bin ich als Autofahrer eh immer und zuerst.


    Was die Innengeräusche angeht welche V8 Sound, Düsenjet, Trecker usw. imitieren, bin ich aber auch der Meinung: Das ist einfach nur Blödsinn. Wer so einen Sound hören will soll sich halt auf einen Lanz Bulldog setzen und es knattern lassen ^^

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  • meine Güte... das piepen ist Gesetz und gut ist... mich erinnert das bisschen an die Gurtpflicht damals, wo so viele sich dagegen sträubten von wegen "Eingriff in die Privatsphäre", "Beschränkung der persönlichen Freiheit" etc. Gibt lustige Videos auf Youtube von Deutschen Bürgern dazumals.


    Mich nervt frühmorgens die Geschwindigkeitsbeschränkung bei fast leerer Autobahn auch, aber was solls? Der Aufmerksamkeits-Assi ist auch dumm, vor allem könnten da die Bilder des Gesichts übermittelt werden... aber da nähern wir uns dann schon wieder den Verschwörungstheorien.


    Es ist wie es ist... in Australien (gem. Gemini) scheint das Auto viel weniger den Fahrer zu bevormunden, auch die Dämpfer und das Gepiepe ist ganz anders... gibt halt andere Vorschriften. Aber wie es nun mal so ist, Regeln sind Regeln und damit müssen wir uns abfinden... nicht jede Regel ist für uns in Ordnung, aber wir müssen die halt nun akzeptieren.

    Und gerade beim Rückwärtsfahren finde ich einen Ton enorm wichtig... es gibt nun mal Blinde Menschen... oder man passt nicht auf... ist uns doch allen schon mal passiert, wenn wir ehrlich sind.

  • Die Assis, von der allwissenden EU vorgeschrieben, wären super, würden auf breitere Akzeptanz stossen, wenn sie denn zuverlässig funktionieren würden. So, dass sich der Fahrer darauf verlassen kann, und nicht selber die Systeme überwachen muss.

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  • Wäre gut wenn Mods mal hier durchkehren


    Gibt keine Mods - habe das fix erledigt.


    weitere Diskussionen ist es nicht wert


    Yep, sehe ich auch so.


    Solltet ihr persönlich etwas miteinander zu klären haben,

    nutzt bitte die Möglichkeit der privaten Konversation :!:


    Die Bitte an alle User:

    Bitte lest und achtet unsere Netiquette, Link:



    Kommt bitte sachlich BTT, Thema:

    AVAS Acoustic Vehicle Alert System …


    Danke und schönen Abend.

  • Wie oft im Leben kommt es auch bei AVAS Geräuscherzeugung auf die Dosis an. Im Zeekr nervt mich das weniger als etwa in den Fahrzeugen des Hyundai-Konzerns, wo man spätestens beim Rückwärtsfahren Krach wie eine Planierraupe oder Lastwagen im Steinbruch macht.


    Dahinter steckt eine wichtige Gesellschaftliche Frage, weniger ein Tech-Thema oder die Frage, wer das schönste oder dümmste Geräusch macht, nämlich das Akzeptanzvermögen einer relativen Mehrheit, für eine benachteiligte Minderheit gewisse Einschränkungen hinzunehmen. Wer nett zu Mitmenschen ist, der läßt sich hier gut überzeugen, denn ein anderes Sinnesorgan als das Gehör hat ein sehbehinderter Mensch nunmal nicht, und somit hätte er/sie noch massiv größere Probleme, am Straßenverkehr und damit am öffentlichen Leben teilzunehmen. Diese Einsicht muß man von jedem erwarten dürfen. Ich schaffe jemandem ein besseres Leben und lebe dafür mit etwas höherem Geräuschniveau bei niedrigen Geschwindigkeiten.


    Wenn man allerdings um 5h morgens von einem Ioniq 5 oder Kia EV6 aus dem Bett geklingelt wird, weil die einen unerträglich lauten Krach (s.o.) produzieren, dann findet man das gar nicht lustig.


    Und somit hat unsere Toleranz eine natürlich Grenze. Wo die liegt, kann nur jeder für sich entscheiden, auch wenn wir uns immer an gesellschaftlichem Konsens festhalten möchten. Aber wir können die Dosis dadurch kontrollieren, daß wir entsprechende Produkte kaufen, sofern einem das Thema wichtig genug ist.


    Mit der Aussage „Regeln sind Regeln“ tue ich mich aber schwer. Damit ist der unglaublichen Flutwelle von Verordnungen und (EU)-Regularien Tür und Tor geöffnet. Kein Mensch und keine KI kapiert die fast 100.000 Verordnungen der EU seit 1990. Da müssen wir alles tun, unsinnigen Quatsch zurückzudrängen. AVAS ist aber nicht das beste Beispiel bzw. Objekt dafür, es gibt da ganz andere Hämmer, ich sag nur Massenüberwachung a.k.a. Chatkontrolle - „ich hab ja nichts zu verbergen“, was für ein dümmster aller Sprüche - aber das ist total off-topic und gehört nicht hierher..

  • Wenn ich daran denke, welcher Aufwand vor der E-Ära betrieben wurde, um Fahrzeuge immer leiser zu machen … und kaum war dieses Ziel durch E-Mobilität oder Hybride praktisch erreichbar, mussten die Fahrzeuge künstlich wieder lauter gemacht werden. schmunzel 😄


    Natürlich hat das Ganze einen nachvollziehbaren Hintergrund: den Schutz von Fussgängern und anderen Verkehrsteilnehmern bei niedrigen Geschwindigkeiten.


    Trotzdem ist die Entwicklung irgendwie schon speziell.


    Das sogenannte AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System) erzeugt bei Elektro- und Hybridfahrzeugen bei niedrigen Geschwindigkeiten ein künstliches Fahrgeräusch. Dabei sind bei 10 km/h mindestens 50 dB(A), bei 20 km/h mindestens 56 dB(A) vorgeschrieben; der zulässige Maximalwert beträgt unter den definierten Messbedingungen 75 dB(A).


    Wichtig: Die 75 dB(A) sind ein Maximalwert und keineswegs die vorgeschriebene Lautstärke jedes E-Autos.


    Und genau da wird es für den Laien interessant:


    Ein moderner, normal motorisierter Verbrenner ist beim langsamen Rollen heute ebenfalls sehr leise. Gerade bei Schrittgeschwindigkeit kann deshalb ein künstlich erzeugtes AVAS-Geräusch subjektiv ausgesprochen präsent wirken – insbesondere dann, wenn dessen Klangcharakter sehr auffällig ist.


    Und da kommen wir genau zu dem Thema, welches galaxyclass beschreibt:


    Bei gewissen Marken ist dieses künstliche Geräusch in einem ansonsten ruhigen Quartier kaum zu überhören.


    Wenn man dann morgens um 05.00 Uhr losfährt, dürfte das im Kontext mit der Nachbarschaft kaum in einem besonders positiven Sinne ergebniswirksam werden. ;)


    Das eigentlich Kuriose daran zeigt sich, wenn wir die Geschwindigkeit erhöhen:


    Fahren beispielsweise ein moderner Verbrenner und ein vergleichbares Elektrofahrzeug mit etwa 60 km/h konstant an einem vorbei – vergleichbare Fahrzeugklasse und vergleichbares Gewicht, ähnliche Bereifung und gleiche Fahrbahn vorausgesetzt –, wird der Unterschied des Antriebskonzepts akustisch bereits erstaunlich klein.


    Der Grund ist simpel: Bei Personenwagen wird schon ab ungefähr 30 km/h das Reifen-Fahrbahn-Geräusch zur dominierenden Geräuschquelle. Bei 60 km/h hört man deshalb in erster Linie Reifen und Fahrbahn – und nicht mehr, ob vorne ein Elektromotor oder ein normaler Verbrennungsmotor arbeitet.


    Unterschiede gibt es natürlich weiterhin durch Reifenbreite, Reifentyp, Asphalt, Beschleunigung und das jeweilige Fahrzeug.


    Aerodynamische Geräusche gewinnen mit zunehmender Geschwindigkeit ebenfalls immer stärker an Bedeutung. Im normalen Stadtverkehr ist jedoch das Abrollgeräusch der Reifen der wesentlich wichtigere Faktor.


    Genau darin liegt für mich eine gewisse Ironie:


    Bei höherer Geschwindigkeit brauchen wir den künstlichen Sound gar nicht mehr, weil ein E-Auto durch Reifen und Fahrbahn ohnehin hörbar wird.


    Ausgerechnet dort, wo das Fahrzeug von Natur aus besonders leise wäre – bei sehr niedriger Geschwindigkeit –, machen wir es künstlich wieder lauter.


    Das ist aus Gründen der Verkehrssicherheit grundsätzlich nachvollziehbar.


    Wie leise ein modernes Fahrzeug tatsächlich sein kann, habe ich bei uns im Quartier – max. 30 km/h – selbst schon erlebt:


    Ich bin einmal im Schritttempo über gut 20 Meter mit etwa drei Metern Abstand hinter einer Gruppe von drei Müttern mit Kinderwagen hergerollt. Meine Frau und ich haben schon fast Wetten abgeschlossen, wie lange es wohl dauern würde, bis wir die Wahrnehmungsschwelle erreichen. 😄


    Irgendwann Fenster geöffnet und freundlich „Entschuldigung“ gerufen.


    Das anschliessende Gelächter auf beiden Seiten war unbezahlbar. 😂


    Das AVAS unseres BMW iX empfinde ich dabei beispielsweise als fast unhörbar bzw. sehr harmonisch. Der letzte BMW i3s meiner Frau ging dagegen schon eher in die von galaxyclass erwähnte unerwünschte Richtung. Der aktuelle Cupra Born geht auch wieder.


    Und genau darum geht es mir:


    AVAS ja – aber muss es deshalb zwingend auffällig, futuristisch oder sogar nervig klingen?


    Ob wirklich jedes Surren, Heulen, Raumschiff- oder sonstige „unmögliche“ Kunstgeräusch notwendig ist, wäre nochmals eine ganz andere Diskussion. 😄


    Wobei wir fairerweise auch die andere Seite erwähnen sollten:


    Mit Kopfhörern im Ohr und den Blick auf den Bildschirm des Handys gerichtet durch die Gegend zu laufen, hilft ebenfalls nicht zwingend dabei, den Verkehr wahrzunehmen.


    AVAS hin oder her.


    Und das kann’s doch irgendwie auch nicht sein.


    Lieber Gruss

    Paolo

  • Der Grund ist simpel: Bei Personenwagen wird schon ab ungefähr 30 km/h das Reifen-Fahrbahn-Geräusch zur dominierenden Geräuschquelle. Bei 60 km/h hört man deshalb in erster Linie Reifen und Fahrbahn – und nicht mehr, ob vorne ein Elektromotor oder ein normaler Verbrennungsmotor arbeitet.

    Deswegen ist AVAS auch nur bis 20km/h vorgeschrieben.

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