Beiträge von Silberruecken

    @all:

    Was mich an der Sache eigentlich am meisten „unruhig“ macht, ist weniger die Warnlampe allein, sondern die Aussage, die hier offenbar mehreren Betroffenen vom Service gemacht wurde:

    Das sei lediglich ein Anzeigebug.


    Das mag am Ende tatsächlich so sein. Aber wenn derselbe Fehler inzwischen bei mehreren Fahrzeugen auftaucht, wird aus einem möglichen Einzelfall zumindest ein wiederkehrendes Fehlerbild. Und dann reicht mir persönlich die Aussage „nur Anzeige“ erst recht nicht ohne belastbare Diagnose.

    Solange niemand einen Diagnoseauszug vorliegen hat, der zeigt, dass die relevanten Steuergeräte, Sensoren, Busverbindungen, Sitzbelegungserkennungen, Gurtstraffer und Airbagkreise fehlerfrei bzw. im erwarteten Status sind, bleibt diese Aussage für mich zunächst einmal genau das: eine Aussage.

    Denn eine Airbag-/SRS-Warnlampe leuchtet nicht aus Spass.

    Sie signalisiert, dass das System eine Abweichung erkannt hat. Das bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Airbags und Gurtstraffer ausser Funktion sind. Je nach Fehler kann nur ein einzelner Sensor, ein Gurtstraffer, ein Airbagkreis oder auch ein Kommunikationsproblem betroffen sein.

    Aber genau deshalb ist eine saubere Diagnose so wichtig.

    Solange der Fehler nicht vollständig ausgelesen und dokumentiert ist, weiss man schlicht nicht belastbar, welche Teile des Rückhaltesystems im Ernstfall korrekt funktionieren und welche nicht.


    Und an diesem Punkt kommt für mich auch ein wenig Eigenverantwortung und Selbsterhaltungstrieb ins Spiel.


    Wenn mir ein Fahrzeug bei einem sicherheitsrelevanten System eine Warnung anzeigt und gleichzeitig niemand technisch belastbar belegen kann, dass wirklich nur die Anzeige spinnt, dann fahre ich persönlich damit nicht einfach weiter, nur weil jemand sagt: „Das ist nichts.“


    Der Mensch hat den Selbsterhaltungstrieb ja nicht ganz ohne Grund mitbekommen. 😉


    Oder etwas salopp formuliert:

    Man muss Darwins Theorie ja nicht unbedingt im praktischen Selbstversuch verifizieren.


    Wenn Zeekr eindeutig nachweisen kann, dass tatsächlich nur die Anzeige fehlerhaft ist und alle sicherheitsrelevanten Komponenten korrekt arbeiten, ist die Sache natürlich eine andere.


    Was ich fast noch bedenklicher finde:

    Wenn der Servicepartner das Fahrzeug wegen Problemen mit der Diagnosesoftware nicht einmal korrekt ansprechen kann, wird aus einem wiederkehrenden Fehlerbild sehr schnell ein grundsätzliches Serviceproblem.

    Der Defekt selbst kann passieren.

    Aber bei einem sicherheitsrelevanten System muss der Hersteller in der Lage sein, das Fahrzeug sauber zu diagnostizieren, den Fehler eindeutig einzugrenzen und dem Servicepartner belastbare Informationen zur Verfügung zu stellen.

    Genau das scheint hier momentan nicht zuverlässig zu funktionieren.


    Lieber Gruss Paolo

    Bazinga


    Ich recherchiere definitiv mit diversen Tools, dies ist meinem Nerd-Freak-Status „geschuldet“ „lol“ und zwar, um in einem öffentlichen Forum keine Fake-Posts zu verbreiten.


    Da habe ich ein striktes Ethik-Verständnis und trage Verantwortung.


    Und dann schreibe ich meine Posts, lese Korrektur und poste sie ☺️


    Tonalität, Syntax und die emotionale Ebene im Kontext einer Antwort des Vorredners oder mehrerer Vorredner zu treffen, da sind wir, imho, mit AI noch ein Stück weit davon entfernt, qualitativ für mich brauchbare Ergebnisse zu erhalten 😉


    Beantwortet das deine Frage?


    Lieber Gruss Paolo

    SwissGB

    Hallo Gareth

    ich kann Deinen Frust grundsätzlich nachvollziehen. Wenn zunächst eine konkrete Kalenderwoche genannt und diese später ohne Erklärung wieder entfernt wird, ist das kommunikativ alles andere als ideal.

    Trotzdem würde ich an dieser Stelle zwei Dinge etwas trennen:

    Kommunikation und Logistikrealität.

    Bei einem Fahrzeug, das aus Übersee kommt, hängt die tatsächliche Auslieferung an einer ganzen Kette von Faktoren, welche der Importeur oder Händler teilweise selbst nur begrenzt beeinflussen kann:

    Produktion, Freigabe ab Werk, Verschiffung, Fahrplan des Schiffes, Hafenabfertigung, mögliche Umladungen, Zoll, Transport in die Schweiz, technische Aufbereitung, Zulassung und letztlich die Übergabe an den Händler.

    Eine einmal im System hinterlegte Lieferwoche ist deshalb aus meiner Sicht eher eine Planungsgrösse als eine Garantie.

    Das zeigt sich eigentlich schon an der verwendeten Terminologie:

    Bei der Lieferung wird meines Wissens bewusst von einer ETA – Estimated Time of Arrival gesprochen. Also einer voraussichtlichen Ankunftszeit und nicht von einem verbindlich zugesicherten Liefertermin.

    Auch im Vertrag wird von Beginn an darauf hingewiesen, dass sich Liefertermine bzw. voraussichtliche Lieferzeiten aufgrund von Umständen ausserhalb des unmittelbaren Einflussbereichs verschieben können.

    Damit ist eigentlich bereits transparent festgehalten, dass solche Angaben Prognosen darstellen und sich während Produktion und Transport verändern können.

    Natürlich entbindet das Zeekr nicht davon, Änderungen gegenüber dem Kunden vernünftig zu kommunizieren. Aber eine bestätigte ETA oder eine im System sichtbare Kalenderwoche ist eben noch nicht dasselbe wie ein vertraglich garantierter Übergabetermin.

    Und vielleicht muss man sich dabei auch vergegenwärtigen, in welcher Weltlage wir uns momentan befinden.

    Wir sitzen hier in der Schweiz in einem vergleichsweise geschützten Kokon. Unser Alltag funktioniert, die Regale sind voll, Pakete kommen meist pünktlich und viele internationale Probleme bleiben für uns erstaunlich abstrakt.

    Für die weltweite Logistik sieht die Realität jedoch anders aus.

    Konflikte im Nahen Osten beeinflussen aktuell zentrale Schifffahrtsrouten, Versicherungsrisiken, Fahrpläne und teilweise auch die Entscheidung, welche Route ein Schiff überhaupt nehmen kann. Wenn Verkehrswege im Roten Meer, am Bab el-Mandeb oder in der Strasse von Hormus unsicher werden, können sich Routen, Ankunftszeiten und Hafenabfertigungen kurzfristig verändern.

    Das hat mit Zeekr zunächst einmal gar nichts zu tun, sondern betrifft internationale Lieferketten generell.

    Gerade solange das Fahrzeug noch auf dem Schiff ist, kann deshalb niemand seriös auf den Tag oder teilweise nicht einmal auf die Kalenderwoche genau sagen, wann es beim Händler stehen wird.

    Schon wenige Tage Verzögerung im Hafen, eine Routenänderung oder ein Engpass beim Weitertransport können eine ganze Auslieferungswoche verschieben.

    Dass Dir niemand den Schiffsnamen, Hafen oder eine exakte ETA nennt, finde ich persönlich ebenfalls nicht besonders ungewöhnlich. Entscheidend wäre für mich eher, ob die Aussage „Fahrzeug ist verschifft“ belastbar ist und ob der Händler den aktuellen Status im System nachvollziehen kann.

    Auch die Typenscheinnummer würde ich nicht automatisch so interpretieren, dass das Fahrzeug unmittelbar vor der Übergabe steht. Sie ist in erster Linie ein zulassungsrelevanter Schritt und sagt nicht zwingend etwas darüber aus, ob das Auto bereits in der Schweiz, im Hafen oder noch unterwegs ist.

    Was ich allerdings kritisieren würde, ist etwas anderes:

    Wenn zuerst KW36 bestätigt wird, wenige Tage später die Woche kommentarlos verschwindet und danach nur noch „September“ angegeben wird, dann sollte der Kunde zumindest eine kurze und ehrliche Erklärung erhalten.

    Ein einfaches

    „Die bisherige Lieferwoche kann aufgrund des aktuellen Transportstatus nicht mehr verbindlich bestätigt werden. Das Fahrzeug befindet sich im Transport; derzeit rechnen wir weiterhin mit einer Auslieferung im September.“

    wäre aus meiner Sicht deutlich besser als wiederholte Beschwichtigungen ohne Substanz.

    Ich würde deshalb weniger versuchen, eine „garantierte Lieferwoche“ zu erzwingen – die kann Dir unter diesen Umständen vermutlich niemand seriös geben – sondern konkret nach dem letzten verifizierten Status des Fahrzeugs fragen:

    • produziert und freigegeben?
    • verschifft?
    • bereits in Europa?
    • verzollt?
    • in der Schweiz?
    • beim Händler eingeplant?

    Das sind belastbarere Informationen als eine Kalenderwoche, die sich durch externe Faktoren jederzeit wieder verschieben kann.

    Kurz gesagt:

    Dein Ärger über die Kommunikation ist für mich nachvollziehbar.

    Wenn allerdings von Anfang an mit einer ETA, also einer voraussichtlichen Ankunftszeit, gearbeitet wird und der Vertrag ausdrücklich darauf hinweist, dass es zu Verzögerungen und Terminverschiebungen kommen kann, würde ich eine zwischenzeitlich angezeigte Kalenderwoche nicht als verbindliche Lieferzusage interpretieren.

    Eine absolut verlässliche Lieferwoche bei einem noch im internationalen Transport befindlichen Fahrzeug zu erwarten, halte ich unter den heutigen geopolitischen und logistischen Rahmenbedingungen deshalb für eher unrealistisch.

    Was man hingegen sehr wohl erwarten darf, ist eine transparente und nachvollziehbare Kommunikation über den jeweils aktuellen Status.


    Lieber Gruss


    Paolo

    Bazinga

    Bei der ursprünglichen Ankündigung des BMW iX im Jahr 2021 hat BMW stark damit geworben, dass die verbaute Technologieplattform und die Sensorausstattung theoretisch für hochautomatisiertes Fahren nach Level 3 bereit sei.
    Es hieß, die Hardware und die Rechenleistung seien so ausgelegt, dass ein entsprechendes Software-Upgrade nachgeliefert werden könne. In der Realität wurde dieses Versprechen für den iX jedoch nie eingelöst.

    So what???

    Wir sollten, zumindest empfehle ich das, versuchen das Glas halb voll und nicht halb leer zu sehen.

    Sonst manifestieren sich diese Dinge zu Showstoppern.

    …und auf das habe ich keine Lust 😉

    Denn ich habe auch eine sehr lange Liste von Dingen, welche ich mit dem iX erlebt habe und einfach nur, entschuldigt den Ausdruck, geil waren!

    Und da aktuell bei Zzekr so fleissig complaint wird, steigt rein rechnerisch die Wahrscheinlichkeit, dass ich einige dieser Bugs nicht selbst erleben muss 😂

    Lieber Gruss Paolo

    Silberruecken

    Ich unterstütze deinen Entscheid zu 100%. Sehr mutig, von einem deutschen Premium Hersteller zum China Knaller ;)


    Ich hoffe du gewöhnst dich dann ohne Probleme an die verkehrt montierten Fenstertasten (Achtung Humor) :D

    Werni Wenn ich eine Liste erstellen würde, was beim BMW…und das bei einem Fahrzeug das 158000.— Listenpreis hat…“schmunzel“

    Da wurde Level 3 Fahren versprochen und dann funktioniert Level 2 einigermassen „lol“

    und trotzdem hat der iX Spass gemacht…und war Anfangs ohne Konkurenz, wenn‘s um das Thema ziehen eines Anhängers ging.

    Ganz rational:

    Was bekomme ich für das Geld eines Zeekr 7X von BMW oder einem anderen Deutschen Hersteller?

    Das hat mit Mut nichts zu tun, sondern mit z.B. CHF 1000.—/Mt. weniger Leasingrate und nach der Finanzierung weiterer 6 Jahre Garantie auf das Fahrzeug und 4 auf die HV-Batterie.

    Ich bin ein Technik-Nerd, und als solcher bin ich wenig naiv wenn es um das Thema Early Adopter geht. Ich lasse mich ganz bewusst darauf ein, mit pros und cons.

    Wird es Themen geben welche ich suboptimal erleben werde, ja sicher, aber die hatte ich beim BMW auch und da liegen bereinigt 70k!!! dazwischen, sprich ich könnte zwei 7X auf den Platz stellen und ich hätte noch Geld übrig.

    Ich werde sehen und freue mich zu Euch als „Leidensgenosse“ dazu stossen zu dürfen.

    Bald ist es soweit

    Lieber Gruss Paolo