Wie oft im Leben kommt es auch bei AVAS Geräuscherzeugung auf die Dosis an. Im Zeekr nervt mich das weniger als etwa in den Fahrzeugen des Hyundai-Konzerns, wo man spätestens beim Rückwärtsfahren Krach wie eine Planierraupe oder Lastwagen im Steinbruch macht.
Dahinter steckt eine wichtige Gesellschaftliche Frage, weniger ein Tech-Thema oder die Frage, wer das schönste oder dümmste Geräusch macht, nämlich das Akzeptanzvermögen einer relativen Mehrheit, für eine benachteiligte Minderheit gewisse Einschränkungen hinzunehmen. Wer nett zu Mitmenschen ist, der läßt sich hier gut überzeugen, denn ein anderes Sinnesorgan als das Gehör hat ein sehbehinderter Mensch nunmal nicht, und somit hätte er/sie noch massiv größere Probleme, am Straßenverkehr und damit am öffentlichen Leben teilzunehmen. Diese Einsicht muß man von jedem erwarten dürfen. Ich schaffe jemandem ein besseres Leben und lebe dafür mit etwas höherem Geräuschniveau bei niedrigen Geschwindigkeiten.
Wenn man allerdings um 5h morgens von einem Ioniq 5 oder Kia EV6 aus dem Bett geklingelt wird, weil die einen unerträglich lauten Krach (s.o.) produzieren, dann findet man das gar nicht lustig.
Und somit hat unsere Toleranz eine natürlich Grenze. Wo die liegt, kann nur jeder für sich entscheiden, auch wenn wir uns immer an gesellschaftlichem Konsens festhalten möchten. Aber wir können die Dosis dadurch kontrollieren, daß wir entsprechende Produkte kaufen, sofern einem das Thema wichtig genug ist.
Mit der Aussage „Regeln sind Regeln“ tue ich mich aber schwer. Damit ist der unglaublichen Flutwelle von Verordnungen und (EU)-Regularien Tür und Tor geöffnet. Kein Mensch und keine KI kapiert die fast 100.000 Verordnungen der EU seit 1990. Da müssen wir alles tun, unsinnigen Quatsch zurückzudrängen. AVAS ist aber nicht das beste Beispiel bzw. Objekt dafür, es gibt da ganz andere Hämmer, ich sag nur Massenüberwachung a.k.a. Chatkontrolle - „ich hab ja nichts zu verbergen“, was für ein dümmster aller Sprüche - aber das ist total off-topic und gehört nicht hierher..